Viktor von Weizsäcker Gesellschaft 

Band 7 :
Allgemeine Medizin – Grundfragen Medizinischer Anthropologie

Bearbeitet von Peter Achilles unter Mitwirkung von Dieter Janz, Mechthilde Kütemeyer, Wilhelm Rimpau, Walter Schindler und Martin Schrenk (1987, 530 Seiten)

Im Band 7 der Gesammelten Schriften sind Arbeiten versammelt, mit denen Viktor von Weizsäcker sich dem Ziel einer „Allgemeinen Medizin“ zu nähern versuchte. Dieser Band vergegenwärtigt daher in besonderer Dichte, was er im letzten Beitrag „Meines Lebens hauptsächliches Bemühen“ nennt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde für Weizsäcker in Heidelberg ein Lehrstuhl für „Allgemeine klinische Medizin“ eingerichtet. In dieser letzten Phase seiner Tätigkeit entstanden die meisten der in diesem Band enthaltenen Texte.
Die Allgemeine Medizin hat nicht die wertfreie Reflexion wissenschaftlicher Grundlagen zum Thema, sie fragt nicht nach Ontischem, sondern sie ist leidenschaftliche Suche nach dem Pathischen: „Der Begriff ‚allgemein’ ist ein Notbehelf: gemeint ist eine Besinnung aufs Menschliche, auf die Erforschung des Menschen, auf das Studium der Krankheiten als einer Weise des Menschseins. Diese allgemeine Medizin kann also eine anthropologische genannt werden.“ Unter dem leitenden Gesichtspunkt des Pathischen verknüpft sie Gestaltkreistheorie, psychosomatische und soziale Medizin sowie die religiöse Wahrheitsfrage, Überlegungen zum Kulturbeitrag der Medizin und Untersuchungen ihrer Beziehung zur Psychoanalyse und zum Christentum.