Frühere Veranstaltungen (unvollständige Auswahl)

22. März 2018
15.30 - 17.00 Uhr

Berlin


Satelliten Symposium Viktor von Weizsäcker Gesellschaft

Die Psychosomatik und ihre Nachbardisziplinen

Referenten:
Hans Stoffels, Berlin:
Einführung und Moderation

Aleida Assmann, Heidelberg:
Rhythmen und Rahmen individuellen und kollektiven Erinnerns

Veranstaltungsort:
Deutscher Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Urania, Saal Darwin
An der Urania 17
10787 Berlin

Sitzungsbeschreibung:

So sehr die Psychosomatik bestrebt sein sollte, sich als eigenständiges Spezialgebiet zu etablieren, so unerlässlich erscheint es aus Sicht der Gründungsväter der Psychosomatik - wozu auch Viktor von Weizsäcker zählt -, den Dialog mit den Nachbardisziplinen zu pflegen und sich insbesondere Anregungen aus den nicht-empirisch forschenden Fächern zu holen.

In diesem Jahr steht der Vortrag der Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann im Mittelpunkt des traditionellen Symposions der Viktor von Weizsäcker Gesellschaft.

Gemeinsam mit Ute Frevert hat Aleida Assmann bereits 1999 mit der Publikation "Geschichtsvergessenheit - Geschichtsversessenheit" unter Rückgriff auf Friedrich Nietzsches "unzeitgemäße Betrachtungen" auf Widersprüche im Umgang mit Erinnerung und Vergangenheit hingewiesen. Einerseits gebe es ein "verzehrendes historisches Fieber", das Kreativität verkümmern lasse und die Gestaltung der Zukunft verhindere. So würden sich gerade die Deutschen im Hinblick auf ihre jüngste Geschichte eines "Erinnerungsmarathons" befleißigen. Andererseits ist anzuerkennen, dass die Verdrängung von Vergangenheiten in der individuellen, aber auch in der gesellschaftlichen Geschichte ein pathogen wirksamer Faktor ist, der ebenfalls produktive, zukunftsweisende Entwicklungen blockiert.

Es stellt sich die Frage, ob die kulturwissenschaftlichen Reflexionen dazu angetan sind, das Verhältnis von Erinnern und Vergessen, das für jede psychosomatische Therapie von Relevanz ist, neu zu bestimmen.

Einführung und Moderation: Professor Dr. Hans Stoffels

 

12. - 14. Oktober 2017

Lutherstadt Wittenberg


Tagung der Viktor von Weizsäcker Gesellschaft

Die Teilhabe des Todes am Leben

in Verbindung mit der Neurologischen Klinik
und der Theologischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Vorbereitende Überlegungen
zum Verhältnis von Medizinischer und reformatorischer Anthropologie

Vorbereitende Überlegungen
zum Verhältnis von Medizinischer und reformatorischer Anthropologie

Tagung der Viktor von Weizsäcker Gesellschaft
in Verbindung mit der Theologischen Fakultät und der Neurologischen Klinik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vom 12. bis 14. Oktober 2017
in der Stiftung Leucorea in Lutherstadt-Wittenberg

Der Heidelberger Neurologe Viktor von Weizsäcker (1886-1957) gilt weithin als ein maßgeblicher Mitbegründer der Psychosomatischen Medizin in Deutschland. Ideengeschichtlich bedeutsamer indes ist sein Entwurf der Medizinischen Anthropologie, der sich nicht darin erschöpft, die moderne Medizin durch eine weitere Teildisziplin zu ergänzen. Die sachgemäße Rezeption dieses Entwurfs erfordert freilich eine Kritik der Prämissen neuzeitlicher Denktradition. Hierin gründet die Problematik der Wirkungsgeschichte des Weizsäckerschen Werkes.

Deutlich wird dies im methodischen Ausgang und an den Grundgedanken der Medizinischen Anthropologie. So steht an deren Anfang kein normatives Postulat – sei es eine Vorstellung von Gesundheit, Ganzheit oder Vollendung –, sondern die Lebenswirklichkeit des kranken Menschen, also die „Urkrankheiten“ der Angst, des Schmerzes, der Schwäche und des Schwindels. Die Relation von Not und Hilfe wird zur methodischen Urszene schlechthin. Erst im Umgang mit dieser Lebenswirklichkeit erschließt sich die Bestimmung einer je besonderen Form gelingenden Menschseins. Zugleich kommen in der Art und Weise dieses Umgangs die Grundgedanken der Medizinischen Anthropologie zum Vorschein. Sie betreffen das Verhältnis von Natur und Geist (Leib und Seele), von Leben und Tod, von Selbst und Anderem, von Vergangenheit und Zukunft, von Sein und Nichts.

Einige prägnante und häufig zitierte Formulierungen Viktor von Weizsäckers mögen dies illustrieren. So spricht er von der „Verwirklichung des Unmöglichen“ und der „Wirksamkeit des ungelebten Lebens“, von einer „Umkehr der Kausalität“ und einem „methodischen Indeterminismus“, von der „Teilhabe des Todes am Leben“ und davon, daß der Sinn des Lebens das „Opfer des Lebens“ sei. Die Medizin habe „in gleicher Kraft dem Leben und dem Tode zu dienen.“ Gesund sein heiße dann „nicht normal sein, sondern es heiße: sich in der Zeit verändern, wachsen, reifen, sterben können.“ Das Verhältnis von Leib und Seele bringt er auf die programmatische These: „Nichts Organisches hat keinen Sinn; nichts Psychisches hat keinen Leib.“

In einer großen Vorlesung während der Hochschulwochen des Apologetischen Seminars Helmstedt im Herbst 1925 bezeichnet er die „Lehre von der Identität, die von der Willensfreiheit und die von der Autonomie der menschlichen Person“ als „metaphysische Irrtümer“ der neuzeitlichen Denktradition. Hier zeige sich eine „Pathologie des Geistes“: denn „wissenschaftliche Wahrheiten, die ungesund geworden sind, sind keine Wahrheiten mehr.“ Am Beispiel der sog. „Bipersonalität“, die später eine beeindruckende experimentelle Bestätigung findet, entwirft Weizsäcker ein Konzept der Alterität im Sinne einer „ursprünglichen Verbundenheit“ des Menschen, der als Einzelner „ontologisch nicht real“ sei.

Seine in diesem Zusammenhang geprägte Formel von der „Umgestaltung der Metaphysik“, also der Wende von der Substanzontologie zu einer Ontologie der Relationen erinnert an die von dem renommierten Lutherforscher Gerhard Ebeling beschriebene „ontologische Revolution“ der reformatorischen Anthropologie. Hierfür steht die sog. „coram-Relation“, die den Menschen gleichermaßen in ein Verhältnis zu Gott, zur Welt und zum Anderen stellt. Dieses „untrennbar korrespondierende Beieinander“ der Verhältnisse bestimmt das Sein des Menschen als ein ursprüngliches Bezogensein. Kennzeichnend für dieses Bezogensein ist der Vorrang des Nichtseins vor dem Sein, mithin die Wirksamkeit eines Nichtseienden – Weizsäcker spricht von der Wirksamkeit des ungelebten Lebens.

Die ontologische Ordnung, nach der das Tun aus dem Sein folgt, kehrt sich um: „das Sein folgt aus dem Tun“ - das Unmögliche wird verwirklicht. Die Daseinsweise des Menschen erweist sich als eine in aller Hinsicht relationale und unabgeschlossene – sie ist Fragment und dennoch vollendet. Paradigmatisch hierfür ist die Krankheit, wie überhaupt jede Situation der Not. Ebeling spricht im Lichte der reformatorischen Anthropologie von der „Existenz des Menschen als Zwischen-Sein“, wobei dessen Bestimmung große Nähe zu den Grundgedanken der Medizinischen Anthropologie aufweist. Den theologischen Hintergrund liefert Martin Luthers Formel „simul iustus et peccator“, deren Zeitlogik, nämlich in re Sünder und in spe Gerechter zu sein, an Weizsäckers Verhältnisbestimmung von ontisch und pathisch erinnert. Auch die Medizinische Anthropologie fragt nicht nach dem, was der Mensch ist, sondern: „was wird dieser Mensch?“

Die Vermutung einer gewissen Strukturverwandtschaft zwischen der Medizinischen und der reformatorischen Anthropologie überrascht nur auf den ersten Blick. Neben Weizsäckers Auffassung, wonach „die medizinische Fakultät und nicht die philosophische die der theologischen nächstverwandte“ sei, fällt vor allem dessen Interesse an der Physiologie und Menschenkunde des Paracelsus ins Auge – ein bemerkenswertes Desiderat der bisherigen Rezeption. Und schließlich sind es die modernen Lebenswissenschaften selber, deren neuere Fortschritte auf existentielle Probleme führen, die den Geltungsanspruch der geistigen Voraussetzungen dieser Fortschritte radikal in Frage stellen. Es war das Verdienst von Jürgen Habermas, deutlich gemacht zu haben, daß damit zugleich die condition humain der neuzeitlichen Denktradition in Frage steht. Nicht zufällig waren es die Herausforderungen der modernen biomedizinischen Forschung, die Habermas vom Ende der „postmetaphysischen Enthaltsamkeit“ sprechen lassen. Seine Unterscheidung zwischen „technischer Herstellung“ und „klinischer Einstellung“, mit der er an die aristotelische Differenzierung von episteme und phronesis anknüpft, verdient im Horizont der Strukturverwandtschaft von Medizinischer und reformatorischer Anthropologie neues Interesse. Auch das Weizsäckersche Werk gewinnt eine über den zeitgenössischen Kontext hinausweisende transdisziplinäre und methodenkritische Bedeutung.

Text ausblenden

Tagungsort:
Stiftung Leucorea an der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Collegienstr. 62
06886 Lutherstadt Wittenberg
Tel.: 03491-4660
 

Wissenschaftliche Vorbereitung:
Rainer-M.E. Jacobi, Bonn
Ernst-Joachim Waschke, Halle (Saale)
Stephan Zierz, Halle (Saale)

Programm Anmeldebogen

 

24. März 2017
13.30 - 15.00 Uhr

Berlin


Satelliten Symposium

Die Psychosomatik und ihre Nachbardisziplinen

 
Vorsitz: Hans Stoffels, Berlin

Referenten:
Hans Stoffels, Berlin:
Einführung: Medizin und Literatur – Verbündete oder getrennte Welten?

Heidi Gidion, Göttingen:
Vom Umgang mit dem Leib – Beobachtungen an Texten von Franz Kafka

Veranstaltungsort:
Deutscher Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

"Psyche – Soma. Mensch – System."
Henry-Ford-Bau der Freien Universität Berlin
Garystraße 35
14195 Berlin

Hörsaal C

Sitzungsbeschreibung:

Siegmund Freud (1856-1939) stand, wie seinerzeit nicht wenige Psychotherapeuten (zum Beispiel Viktor von Weizsäcker mit Hugo von Hofmannsthal, Viktor von Gebsattel mit Rainer Maria Rilke) in einem regen Briefwechsel mit Dichtern und Schriftstellern (zum Beispiel mit Romain Rolland und mit Lou Andreas Salomé, die – durch Freud angeregt - später selbst von einer Schriftstellerin zur Psychoanalytikerin wurde). Dieser Dialog lebt von der Idee, dass Literatur und psychotherapeutische Medizin keine getrennten Welten sind, dass sie vielmehr auf der Suche nach der Wahrheit über den Menschen sich als Verbündete begreifen können. Nach Weizsäcker hat der psychologische Roman gezeigt, dass die Natur des Menschen anders aussieht, als die herkömmliche Wissenschaft sie sich vorstellte.

Franz Kafka (1883-1924) starb früh an Lungentuberkulose. In seinen Briefen an Max Brod reflektiert er seine Erkrankung. Das Werk Kafkas hat immer wieder den Leib zum Thema und imaginiert die unterschiedlichsten Eingriffe in dessen Unversehrtheit. Die Literaturwissen-schaftlerin Heidi Gidion spürt – im Raum von Kafkas Dichtung bleibend – anhand ausgewählter Erzählungen seinen Leibdarstellungen nach.

 

7. - 8. Oktober 2016

Heidelberg


Heidelberger Seminar

Wandel

 
in Verbindung mit der
Klinik für Allgemeine Innere Medizin
und Psychosomatik der Universität Heidelberg
 

Tagungsort:
Internationales Wissenschaftsforum
der Universität Heidelberg
Hauptstr. 242
69117 Heidelberg
 
Wissenschaftliche Vorbereitung:
Wolfgang Herzog, Heidelberg
Rainer-M.E. Jacobi, Bonn
Hartwig Wiedebach, Zürich

 

Programm

 

27. - 29. Mai 2016

Braunschweig


Lese- und Gesprächsseminar

Lebenskrisen


Lektüretexte sind:
Viktor von Weizsäcker
"Von den seelischen Ursachen der Krankheit" (1947)
und
Johann Henrich Jung-Stilling
"Henrich Stillings Jugend, Jünglingsjahre, Wanderschaft und häusliches Leben" (1778)
 
Referenten und Moderatoren:
Dr. phil. Hilde Gahl und Prof. Dr. med. Klaus Gahl
Rainer-M.E. Jacobi
Prof. Dr. med. Roland Schiffer
 
Tagungsleitung:
Prof Dr. med. Klaus Gahl
Braunschweig
 
Tagungsort:
Predigerseminar
der Evangelischen Landeskirche Braunschweig
Alter Zeughof 1 (An der Brüdernkirche)
38100 Braunschweig
 

Programm

 

9. - 11. Oktober 2015

Freiburg/Breisgau


21. Jahrestagung der Viktor von Weizsäcker Gesellschaft

Sorge um den Menschen

 

Tagungsort:
Katholische Akademie Freiburg
Wintererstr. 1
79104 Freiburg/Br.
Tel.: 0761-31918-0
 
Wissenschaftliche Vorbereitung:
Rainer-M.E. Jacobi, Bonn
Johannes Picht, Schliengen
Verena Wetzstein, Freiburg

 

Programm

 

24. - 26. April 2015

Braunschweig


Lese- und Gesprächsseminar

Die geistige Erfahrung der Sexualität

Referenten und Moderatoren:

Prof. Dr. Klaus Gahl, Braunschweig

Rainer-M.E. Jacobi
Medizinhistorisches Institut der Universität Bonn

Prof. Dr. Jan Röhnert
Institut für Germanistik -Abt. Neuere Deutsche Literatur
der Technischen Universität Braunschweig

Priv.-Doz. Dr. Hartwig Wiedebach
Departement für Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften,
Eidgenössische Technische Hochschule Zürich

Tagungsleitung:
Prof Dr. med. Klaus Gahl
Braunschweig

Tagungsort:
Predigerseminar
der Evangelischen Landeskirche Braunschweig
Alter Zeughof 1 (An der Brüdernkirche)
38100 Braunschweig
 

Programm

 

27. März 2015

Berlin


Satelliten-Symposium zum Thema:

Die Psychosomatik und ihre Nachbardisziplinen

Moderation: Professor Dr. Hans Stoffels

Tagungsort:
Henry Ford Bau
Garystraße 35
14195 Berlin

Beginn: 12.00 Uhr

Die VvWG leistet in Zusammenarbeit mit der Park–Klinik Sophie Charlotte mit diesem Satelliten–Symposium am Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie einen Beitrag.

In ihrem Selbstverständnis ist die Psychosomatik stets neu herausgefordert. Einerseits ist die Psychosomatik ein Grundlagenfach und ihre Theorie und Praxis ist integraler Bestandteil jeder medizinischen Fachdisziplin. Andererseits muss sich die Psychosomatik in einem Spezialfach verankern, will sie nicht Gefahr laufen, als Ornament benutzt zu werden. Allerdings geht in der Ausbildung von Spezialität und Spezifität die anthropologische Fundierung der Psychosomatik verloren, zu der auch der Dialog mit den Nachbardisziplinen, einschließlich der Geisteswissenschaften, gehört. In dieser Situation erscheint es angezeigt, die Voten der Nachbardisziplinen einzuholen. Das entspricht den Intentionen von Viktor von Weizsäcker, einem Begründer der Psychosomatik. Viktor von Weizsäcker war offen für theologische Fragen und korrespondierte - ähnlich wie Sigmund Freud - mit Schriftstellern. In dieser Dialog-offenen Tradition steht das Symposium. Es werden theologische und literaturwissenschaftliche Aspekte des Phänomens "Krankheit" erörtert.

 

23. - 25. Oktober 2014

Heidelberg


20. Jahrestagung der Viktor von Weizsäcker Gesellschaft

Der kranke Mensch

 
in Verbindung mit der
Klinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin
der Universität Heidelberg

Einführungstext zu "Der kranke Mensch"

Einführung zu

Der kranke Mensch

20. Jahrestagung vom 23. bis 25. Oktober 2014 in Verbindung mit der
Klinik für Psychosomatische und Allgemeine Innere Medizin der Universität Heidelberg

Mit dem Rahmenthema „Der kranke Mensch“ wird nicht nur Viktor von Weizsäckers später Versuch einer systematischen Einführung in die von ihm begründete Medizinische Anthropologie in Erinnerung gerufen, vielmehr kommt eine anthropologische Grundhaltung zur Sprache, wie sie für Weizsäckers lebenslanges Bemühen um eine „neue Medizin“ maßgebend war. Statt eines Entwurfs immer neuer Utopien vom gesunden Menschen, geht es zunächst und vor allem um die konkreten Wirklichkeiten des je besonderen Umgangs mit dem kranken Menschen. Denn „weil wir erfahren haben, daß die schmerzenden und quälenden Formen des Leidens über die Wahrheit weniger zu täuschen vermögen als die freundlicheren und friedlicheren Zustände, müssen sie als die belehrenderen gelten.“ Diese Belehrung bezeichnet nicht nur eine Herausforderung für die Medizin, mehr denn je wird sie zur conditio humana unserer modernen Kultur. Sie markiert gleichsam den Auftakt für Weizsäckers letzte große, Fragment gebliebene Schrift „Pathosophie“. Welchen Stellenwert hierfür die unter dem Titel einer „negativen Anthropologie“ seit Kierkegaard, Heidegger, Sartre und Adorno ausgebildete Denktradition besitzt, wird eine zentrale Frage für den Baseler Philosophen Emil Angehrn zur Eröffnung der Tagung sein.

Die neuere Diskussion zum therapeutischen Nutzen der sog. „personalisierten Medizin“ könnte, so scheint es, exemplarische Bedeutung bekommen für den inneren Zusammenhang dieser Denktradition mit der Medizinischen Anthropologie Viktor von Weizsäckers. Freilich ist hierbei zu fragen, welche Person die Formel von der „personalisierten Medizin“ eigentlich meint? Während der Heidelberger Onkologe Dirk Jäger vom National Center of Tumor Diseases von den klinischen Erfahrungen berichten kann, wird die Münchener Medizinhistorikerin Mariacarla Gadebusch Bondio sich der ideengeschichtlichen Problematik dieses neuen Verständnisses von Person und Individuum zuwenden. Eine weitere aktuelle Facette des Rahmenthemas „Der kranke Mensch“ wird deutlich, sofern man nicht nur auf den Wandel der Medizin, sondern auch auf den der Krankheit selber blickt. Der Münchener Psychosomatiker Peter Henningsen wird zeigen können, daß es eine Vielzahl „moderner Krankheiten“ gibt, die manche Einsichten der Medizinischen Anthropologie Weizsäckers in neuem Licht erscheinen lassen. Auch für die vielzitierte „Heidelberger Schule der Medizin“ kommt es zur entscheidenden Frage nach ihrem Selbstverständnis – ist sie nur Geschichte oder auch Aufgabe?

Sowohl die parallel stattfindenden Symposien als auch der Abschlußvortrag lassen etwas vom besonderen Charakter dieser Tagung erkennen. Das kleine Jubiläum gibt Anlaß, einige Schwerpunkte zu Werk und Wirkung Viktor von Weizsäckers zu versammeln. Diese verbinden sich auf glückliche Weise mit den bisherigen Vorsitzenden unserer Gesellschaft. So widmet sich das Symposium des Berliner Neurologen Dieter Janz der Frage nach Sinn und Nutzen der „eigentlichen Krankengeschichte“. Geht es dem Heidelberger Psychosomatiker Peter Hahn um die Einheit der unterschiedlichen Reformansätze bei Weizsäcker, Balint und Uexküll, so interessiert den Berliner Psychiater Hans Stoffels am Beispiel konkreter Fallgeschichten der Zusammenhang von Psychosomatik und Psychiatrie. Dem bislang unzureichend verhandelten Thema der Mitarbeiter und Schüler Viktor von Weizsäckers widmet sich das Symposium des Bonner Medizinhistorikers Heinz Schott.

Zum Abschluß der Tagung versucht der Heidelberger Philologe Jürgen Peter Schwindt den Voraussetzungen und Hindernissen für den Prozeß geistiger Traditionsbildung etwas näher nachzugehen. Von alters her macht es die Eigentümlichkeit der Überlieferung geistiger Güter aus, nicht selbstverständlich zu sein. So gibt es neben der offenkundigen auch die sich selbst verbergende Quelle. Allein schon um dies zu unterscheiden, braucht es die Arbeit der Lektüre.

Einführungstext ausblenden

Tagungsort:
Medizinische Universitätsklinik (Krehl-Klinik)
Im Neuenheimer Feld 410
69120 Heidelberg
 

Programm

 

17. - 19. Oktober 2013

München


19. Jahrestagung der Viktor von Weizsäcker Gesellschaft

Angst in der Medizin. Klinische und anthropologische Implikationen

 
in Verbindung mit der
Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
der TU München
 
Tagungsort:
Hörsaal Pavillon,
Klinikum rechts der Isar der TU München
Ismaninger Str. 23
81675 München
 

Programm

 

3. - 5. Mai 2013

Braunschweig


Leseseminar Braunschweig

Begegnung und Erfahrung

Lektüretexte sind die Erzählung "Lenz" von Georg Büchner
und ausgewählte Kapitel aus "Anonyma" Viktor von Weizsäckers
 
Referenten und Moderatoren:
Peter Achilles, Saarbrücken
Dr. phil. Annette Hilt
Philosophisches Seminar – Arbeitsbereich Praktische Philosophie,
Johannes Gutenberg Universität Mainz
Priv.-Doz. Dr. phil. Caroline Welsh
Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturgeschichte,
Friedrich Alexander Universität Erlangen-Nürnberg
 
Tagungsleitung:
Prof Dr. med. Klaus Gahl
Braunschweig
 
Tagungsort:
Predigerseminar
der Evangelischen Landeskirche Braunschweig
Alter Zeughof 1 (An der Brüdernkirche)
38100 Braunschweig
 

Programm

 

17. April 2013

Marbach


Forschungssymposium zum Nachlaß Viktor von Weizsäckers
Deutsches Literaturarchiv Marbach

Wie der Pressemitteilung 38/2012 des Deutschen Literaturarchivs Marbach zu entnehmen ist, kam es durch die Vermittlung unserer Gesellschaft zu einer vertraglichen Regelung zwischen Familie Penselin und dem Literaturarchiv, in deren Folge nunmehr alle verfügbaren Nachlaßstücke Viktor von Weizsäckers in Marbach gesammelt und für die Forschung verfügbar gemacht werden sollen.
(siehe Deutsches Literaturarchiv Marbach/pressemitteilungen2012 → PM 38/2012)
 
Um die zukünftigen Schwerpunkte der Erschließung, Erforschung und Edition des Nachlasses mit einer interessierten Öffentlichkeit zu diskutieren, erfolgt am 17. April 2013 eine Vorstellung bislang unbekannter Materialien. Neben biographisch bedeutsamen Stücken geht es um die Konvolute zu Weizsäckers Vorlesung "Sigmund Freuds Psychoanalyse in der Medzin und Geistesgeschichte" (1945/46) und zu seiner Übersetzung von Jean-Paul Sartres Hauptwerk "L‘ être et le néant" (1946-1949). Hinzu kommt ein Überblick zum reichhaltigen Briefwechsel Weizsäckers, der auf vielfältige Weise neues Licht auf Werk und Person wirft.
 

Programm

 

19. - 21. Oktober 2012

Bonn - Bad Godesberg


18. Jahrestagung der Viktor von Weizsäcker Gesellschaft

Medizinische Anthropologie und Theologie

 
in Verbindung mit der
Evangelischen Akademie im Rheinland
 
Tagungsort:
Evangelische Akademie im Rheinland
Mandelbaumweg 2
D-53177 Bonn - Bad Godesberg
 

Programm

 

27. - 29. April 2012

Braunschweig


Lese- und Gesprächsseminar

Identität in der Krise

 
Referenten und Moderatoren:
Priv.-Doz. Dr. phil. Hartwig Wiedebach
Hermann Cohen-Archiv, Zürich
Priv.-Doz. Dr. phil. Jörg Paulus
Institut für Germanistik, Technische Universität Braunschweig
Rainer-M. E. Jacobi
Medizinhistorisches Institut der Universität Bonn

 
Tagungsleitung:
Prof Dr. med. Klaus Gahl
Braunschweig
 
Tagungsort:
Predigerseminar
der Evangelischen Landeskirche Braunschweig
Alter Zeughof 1 (An der Brüdernkirche)
38100 Braunschweig
 

Programm

 

20. - 22. Oktober 2011

Bonn


17. Jahrestagung der Viktor von Weizsäcker Gesellschaft

Medizinische Anthropologie

Quellen - Kontexte - Perspektiven
 
in Verbindung mit dem Medizinhistorischen Institut Bonn
 
im
Medizinhistorischen Institut
der Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn
 

Programm

 

25. Mai 2011

Heidelberg


Buchvorstellung

Beiträge zur Medizinischen Anthropologie, Band 7

 
„Die Schmerzen“
hrsg. von Marcus Schiltenwolf und Wolfgang Herzog.
Verlag Königshausen & Neumann,
Würzburg 2011
(Subskriptionspreis bis zum 31. Mai 2011: 24,80 Euro)
 
Von 4. bis 6. Oktober 2007 fand die 13. Jahrestagung der Viktor von Weizsäcker Gesellschaft zum Thema „Die Schmerzen“ in der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik der Universität Heidelberg statt. Sie zitierte damit den Titel eines der Grundtexte medizinischer Anthropologie, wie sie Viktor von Weizsäcker 1926 und 1928 für die Zeitschrift „Die Kreatur“ beigetragen hatte. Im Jahr seines 125. Geburtstages kann nun der aus jener Tagung hervorgegangene Band vorgestellt werden.
Die jetzt in überarbeiteter Fassung vorliegenden Vorträge wurden noch um einschlägige Texte ergänzt, um das weite Spektrum des Schmerz-Phänomens näher zu verdeutlichen.
 
Unter der Moderation von Prof. Dr. med. Marcus Schiltenwolf (Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg) werden die folgenden Autoren ihre Beiträge vorstellen:
 
Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs, Heidelberg
Dr. Dr. Boris Wandruszka, Stuttgart
Prof. Dr. Wolfram Schüffel, Marburg
Prof. Dr. Peter Henningsen, München
Prof. Dr. Thomas Schipperges, Heidelberg
 
Aus Anlass des in diesem Jahr zu begehenden 125. Geburtstages Viktor von Weizsäckers gibt Rainer-M.E. Jacobi einen Überblick zu den bisherigen und zukünftigen Publikationen der Viktor von Weizsäcker Gesellschaft.
 
Dem Deutsch-Amerikanischen Institut Heidelberg sei für die freundliche Gastgeberschaft gedankt.
 
im
Deutsch-Amerikanischen Institut
Sofienstr. 12
69115 Heidelberg
Tel. 06221/607322
 

PDF

 

15. - 17. April 2011

Braunschweig


Lese- und Gesprächsseminar

Begegnung und Abschied

– Krankengeschichten – Poesie –
 
Referenten und Moderatoren:
Peter Achilles, Saarbrücken
Hilde und Klaus Gahl, Braunschweig
 
im Predigerseminar
der Evangelischen Landeskirche Braunschweig
Alter Zeughof 1 (An der Brüdernkirche)
38100 Braunschweig
 

Programm

 

09.12.2010, 19.00 Uhr

Berlin


"Wer das Leben erforschen will, muss am Leben teilnehmen
- zur Ethik Viktor von Weizsäckers"

Vortrag von Herrn Dr. des. Nikolaos Loukidelis.
Schwerpunkte seiner Arbeit:
Philosophische und psychologische Anthropologie, Philosophie der Lebensführung
 
Literaturhaus Berlin
Fasanenstraße 23
10719 Berlin
Kaminraum
 
Veranstalter: Spree-Athen e.V.

 

28. - 30. Oktober 2010

Berlin


16. Jahrestagung der Viktor von Weizsäcker Gesellschaft

Ereignis und Erlebnis. Die biographische Methode.

in Kooperation mit der Park-Klinik Sophie Charlotte Berlin
in der Europäischen Wirtschaftshochschule Berlin

Programm

 
Gedenksymposion in memoriam Cora Penselin   Programm

 

23. - 25. April 2010

Braunschweig


Lese- und Gesprächsseminar

Ungelebtes Leben. Die Wirksamkeit des Verborgenen.

Leitung: Klaus Gahl (Braunschweig)
Beiträge von Peter Achilles (Saarbrücken), Rainer-M.E. Jacobi (Bonn)
und Jörg Paulus (Braunschweig)

Programm

 

16. - 18. Oktober 2009

Marbach am Neckar


15. Jahrestagung der Viktor von Weizsäcker Gesellschaft

"Krankheit und Sprache"

in Kooperation mit dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach am Neckar.

Programm

 

24. - 26. September 2009

Berlin


Jahrestagung der Akademie für Ethik in der Medizin

"Menschenbilder in der (Medizin-) Ethik"

Jahrestagung der Akademie für Ethik in der Medizin
Zum Menschenbild der medizinischen Anthropologie – eine Einführung

 

19. - 21. Juni 2009

Braunschweig


Lese- und Gesprächsseminar

"Solidarität und Gegenseitigkeit"

Texte von Viktor von Weizsäcker und Arthur Schnitzler
verantwortlich: Prof. Dr. Klaus Gahl und Rainer-M.E. Jacobi

Programm

 

01. - 03. Oktober 2008

Bielefeld Bethel


14. Jahrestagung

Arbeit und Gesellschaft

 

16. - 18 Mai 2008

Braunschweig


Lese- und Gesprächsseminar

Krankheit als Bestimmung des Menschseins

Programm als PDF

 

04. - 06. Oktober 2007

Heidelberg


13. Jahrestagung

Die Schmerzen

Medizinische Klinik (Krehl-Klinik) der Universität Heidelberg

 

05. - 07. Oktober 2006

Dresden


Jahrestagung 2006

Medizinische Anthropologie und Psychoanalyse

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
der Technischen Universität Dresden

 

30. April - 02. Mai 2004

Iserlohn


Lektüreseminar

Krankheit und Kreativität

Evangelische Akademie Iserlohn
Ev. Akademie Iserlohn, Berliner Platz 12,
58638 Iserlohn,
Tel.: 02371/352-147, Fax: 02371/352-299

 

01.- 02. Oktober 2004

Erlangen


Jahrestagung

WAHRNEHMUNG UND BEWEGUNG

Universität Erlangen-Nürnberg
Neurologische Klinik
Schwabachanlage 6
91054 Erlangen
Tel.: 09131/853-4563/4564, Fax: 90131/853-6597

 

23.- 25. Oktober 2003


Jahrestagung

Neue Medizin und neues Denken

Stiftung Leucorea
Lutherstadt Wittenberg
"Einführung"

 

02. - 04. Mai 2003

Iserlohn


Lektüreseminar

Begegnungen und Entscheidungen.
Jüdisches und Christliches bei Viktor von Weizsäcker

Evangelische Akademie Iserlohn
Ev. Akademie Iserlohn, Berliner Platz 12, 58638 Iserlohn,
Tel.: 02371/352-147, Fax: 02371/352-299

 

01. - 02 November 2002

Wittenberg


Jahrestagung

Anthropologische Medizin und Therapie

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Universität Halle/Wittenberg in Wittenberg.
Koordination: Prof. Dr. Josef N. Neumann, Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Magdeburger Straße 27, 06112 Halle, Tel.: 0345/5573550